
Viele schwerhörige Menschen wünschen sich ein Hörgerät, das unsichtbar ist. Das Hörgerät soll vollständig im Gehörgang sitzen und von anderen Menschen unbemerkt bleiben. Diese Bauart wird auch Im-Ohr Hörgerät, CIC, IIC, ITC oder ITE genannt. Welche Vorteile haben Im-Ohr-Hörgeräte? Das Hörgerät stört weder beim Sport, noch bei Bewegungen des Kopfes. Es kann bequem zusammen mit einer Brille getragen werden. Der einzige Nachteil: Im-Ohr Hörgeräte sind nicht so leistungsstark wie Hinter-dem-Ohr Hörgeräte.
Die beiden gängigsten Bauformen bei Hörgeräten sind Im-Ohr und Hinter-dem-Ohr Hörgeräte. Viele Menschen bevorzugen Im-Ohr Geräte, weil diese von außen kaum sichtbar und dadurch besonders unauffällig sind. Doch die unsichtbaren Hörhilfen sind nicht für Jedermann geeignet. Menschen, die einen sehr engen Gehörgang haben, können in der Regel keine Im-Ohr Hörgeräte tragen. Auch bei einem schweren oder hochgradigen Hörverlust kommen eher Hinter-dem-Ohr Hörgeräte in Frage.
Hörgeräte Bauformen: Im-Ohr oder Hinter-dem-Ohr?
Die meisten Hörgeräte, die heutzutage verordnet werden, gehören entweder zur Gruppe der Im-Ohr oder Hinter-dem-Ohr Hörgeräte. Besonders kleine Hörgeräte (sogenannte IIC-Modelle), die vollständig im Gehörgang sitzen, sind modern und fast unsichtbar. Sie werden vor allem von Hörgeräteträgern unter 50 wegen ihrer Unauffälligkeit bevorzugt.
Foto: © PhonakDie komplette Technik des Hörgeräts sitzt im Gehörgang. Besonders kleine Im-Ohr Hörgeräte werden sogar direkt vor dem Trommelfell platziert (z.B. das Phonak Lyric). Das Hörgerät ist von außen quasi überhaupt nicht mehr zu sehen.
Hinter dem Ohr Hörgeräte sitzen dagegen weitestgehend außerhalb des Gehörgangs. In das Ohr führt lediglich ein kleiner Schallschlauch, der mit einem Ohrpassstück verbunden ist. Solche Hörhilfen sind größer und daher von außen schneller zu erkennen.
Vor- und Nachteile von Im-Ohr oder Hinter-dem-Ohr Hörgeräten
Hörgeräte, die hinter dem Ohr getragen werden, sind noch immer am vielfältigsten nutzbar. Da mehr Platz für die Elektronik vorhanden ist, fällt es leichter, neue technische Optionen zu realisieren oder eine besonders hohe Verstärkung zu realisieren. Hinter dem Ohr Hörgeräte sind daher in der Regel günstiger, als vergleichbar ausgestattete Hörhilfen im Ohr. Durch den weiteren Abstand zwischen Mikrofon und Lautsprecher wird einerseits eine höhere Verstärkung und andererseits ein geringeres Risiko für Rückkopplungen (Pfeifen) erzielt.
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Hörgeräte im Ohr sind besonders dezent. Durch die kleine Bauform ergeben sich allerdings auch Nachteile. So lässt die Batterielaufzeit mitunter zu wünschen übrig, weil auch die Batterien besonders klein sein müssen. Rückkopplungseffekte sind bei Im Ohr Hörgeräten schwieriger in den Griff zu bekommen. Dies hat zwei Gründe. Einerseits ist der Abstand zwischen Mikrofon und Lautsprecher gering. Anderseits dichten Hörhilfen im Ohr den Gehörgang umfassender ab und ermöglichen daher nur eine geringe Belüftung. Durch Schweiß und Ohrenschmalz sind Hörgeräte im Ohr stärkeren Belastungen ausgesetzt, was mitunter für eine geringere Haltbarkeit sorgt.
Für wen sind Im-Ohr Hörgeräte geeignet?
Im-Ohr Hörgeräte kommen in erster Linie nur bei einem leichten bis mittleren Hörverlust in Frage. Wenn die Verstärkung höher sein muss, steigt das Risiko von Rückkopplungen, was das Tragen des Hörgeräts für Menschen mit stärkerem Hörverlust unangenehm machen würde.
Foto: © SiemensEine weitere Anforderung betrifft den Gehörgang. Der Gehörgang muss nämlich einen bestimmten Durchmesser aufweisen. Ist dies nicht der Fall, hat das Hörgerät im Ohr nicht ausreichend Platz, so lässt sich die Bauart nicht realisieren. Vorteile haben Im Ohr Hörgeräte für Brillenträger und Sportler, weil kein externes Gehäuse stören kann.
Welche Formen von Im-Ohr Hörgeräten gibt es?
Bei Hörhilfen im Ohr gibt es verschiedene Bauarten, die es zu unterscheiden gilt. Klassische Im Ohr Hörgeräte füllen die Concha (Ohrmuschel) aus. Sie sind die größte Form des Hörgeräts im Ohr und daher von außen relativ leicht zu erkennen. Bereits deutlich kleiner sind Hörhilfen, die in den Gehörgang eingeführt werden und in etwa bündig mit diesem abschließen.
Foto © Phonak.comDie Concha bleibt bei dieser Bauart frei, so dass das Hörgerät auf den ersten Blick leicht zu übersehen ist. Noch kompakter sind Hörhilfen, die vollständig in den Gehörgang eingeführt werden. Sie sind von außen quasi nicht erkennbar. Seit etwa zwei Jahren werden zudem Hörgeräte angeboten, die sehr tief in den Gehörgang eingeführt werden können und direkt vor dem Trommelfell sitzen.
IIC-Hörgeräte bleiben permanent im Ohr und müssen erst nach einigen Monaten entfernt und komplett ausgetauscht werden. Das Hörgerät lässt sich im Ohr mit Hilfe eines magnetischen Werkzeugs ein- bzw. ausschalten oder in der Verstärkungsleistung anpassen. Der Batteriewechsel entfällt bei diesen Hörgeräten. Da auf Grund der Lage direkt am Trommelfell wenig Schallenergie benötigt wird, hält die Batterie über die gesamte Lebensdauer des Hörgeräts, also rund drei Monate.
Alternative: Ex-Hörer Hörgeräte
Eine Alternative zu Hörhilfen im Ohr sind so genannte Ex-Hörer Hörgeräte. Bei dieser Bauform besteht das Hörgerät – wie beim Hinter dem Ohr Hörgerät – aus einem externen Gehäuse und einem Höher, der direkt im Gehörgang platziert wird. Auf die bei Hinter dem Ohr Hörgeräten sonst üblichen Ohrpassstücke kann daher verzichtet werden. Stattdessen sitzt der mit einem dünnen Kabel verbundene Schallwandler direkt vor dem Trommelfell. Dieses Prinzip vereint daher die Vorteile von Hörhilfen im Ohr und solchen, die hinter dem Ohr untergebracht werden. Die Versorgung kann offen erfolgen, Resonanzen oder Rückkopplungen kommen praktisch nicht vor.
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